Online Vergleichen und Offline Kaufen
Für E-Händler kann es recht frustrierend sein, zu wissen, dass die Käufer jetzt in einem neuen Zeitalter leben, in dem sie Produkte online vergleichen und wie Experten durch Angebote und Läden navigieren. Wenn es dann allerdings zum eigentlichen Kauf kommt, bevorzugt es die Mehrheit jedoch nachwievor ihr Produkt im wirklichen Laden zu kaufen.
Konservativ oder normal?
Ich glaube, dass es mehr als normal ist, und dass es Zeit ist, dass die e-commerce Seiten, Portale und Läden an sich, diese beiden Welten endlich besser verbinden sollten. Und das bedeutet mehr als eine druckfreundliche Version der Produktinformation bereitzustellen. Es klingt schon fast altertümlich, jetzt mit diesem Preisbeweis in einen Laden zu gehen, um möglicherweise einen besseren Preis zu verhandeln. Vielleicht will die neue Generation ja all diese Informationen als SMS, Blackberry Nachricht, Notiz, oder ich weiß nicht was, rumtragen?
Es gibt auf jeden Fall viel Raum für Verbesserungen und Firmen wie Mediaplex, Tochtergesellschaft der ValueClick Gruppe, versuchen jetzt diese Online-Offline Beziehung besser zu verstehen, indem sie jetzt Kundenkarten mit Trackingfunktionen erstellt haben, aber ist das wirklich alles?
Sind europäische Händler überhaupt bereit mit der Transparenz durch Produktvergleiche im Internet konfrontiert zu werden, wie z.B. in Australien, wo viele Läden anbieten, die Preise an die besten ausgeschriebenen Preise der Wettbewerber anzupassen? Sind Europäer jetzt endlich genug gereist, um etwas offener der Idee des Preisehandelns gegenüber zu stehen, wie viele es ja bereits im Urlaub mit Freude praktizieren (viele behaupten sogar von sich, Handelsexperten zu sein, wenn sie im Urlaub sind, aber warum machen sie das dann nicht hier zu Hause?)
Ich persönlich habe ein paar Jahre in Ländern verbracht, wo das Handeln Teil der Kultur und des Alltags ist und ich glaube deswegen, dass in Europa das Handeln durch das Momentum der Masse noch nicht ausgeschöpf ist! Warum kann man Menschenmassen nicht mobilisieren um die Preise neu zu bestimmen? Mit den Begriffen Flashmob und MediaMarkt könnt Ihr sicherlich drauf kommen, wohin meine Gedankenzüge gehen.
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Tags: e-Commerce, flashmob, information, laden, mediamarkt, mediaplex, portal, preishandel, valueclick, vergleich



09. Oktober 2007 um 09:34
Auf welchen Informationen / Quellen basiert Deine Meinung im ersten Absatz? Ist es nicht eher umgekehrt; man schaut sich das Produkt im Laden an, lässt sich beraten und kauft günstiger online?
Und selbst wenn, das Informieren und Vergleichen geschieht auf Portalen, die sich über jeden Besucher freuen (PI - Werbung) und selten auf den Seiten der Verkäufer.
Leider komme ich nicht darauf, worauf Du mit dem letzten Satz anspielst.
09. Oktober 2007 um 09:40
Nachtrag: Hat sich erledigt, nachdem in den Wiki-Eintrag zu Flashmob gelesen habe ist klar geworden, dass Du aufs Letsbuyit.com- Prinzip hinweist
War aber an Hand des Videos nicht ersichtlich…
09. Oktober 2007 um 09:54
Hallo SunTzu,
leider ist die Quelle in Paris geblieben, da ich letzten Samstag nach Deutschland gezogen bin und nicht alles mitnehmen konnte. Meines Erachtens werden die meisten Einkaufsmotivationen beim Schaufenster Shopping ausgelöst.
Es wird duch die Präsentation des Produkts die Emotion geweckt, dass man ein bestimmtes Produkt haben muss, damit es einem besser geht (Selbst-Verbesserungs Theorie). Die Mehrheit kauft jedoch nicht gleich das Produkt, sondern denkt darüber erstmal nach, ob dieses Produkt auch wirklich den Lebensstandard verbessert. Es wird nun im Internet aktiv und passiv geguckt, was es so alles gibt, was in dieser Richtung gibt. Wenn man sich dann entschieden hat, meist durch Käuferbewertungen, dass dieses Produkt wirklich Dein Leben verbessert, will man impulsiv schnell dieses Produkt haben (limitiertes Angebot, first-mover advantage, billig, warum auch immer -> MediaMarkt). Der schlaue Käufer, will es dann aber noch einmal anfassen (Das Phänomen: beim Autokauf muss der Mann zumindest einmal den Reifen getreten haben, bevor er es kauft) aber auch ungefähr wissen, wie teuer das Produkt sein darf. Der Kauf wird immer noch meistens im Laden getätigt, was sich vermutlich irgendwann ändern wird.
Das Letsbuyit-Prinzip ist vorallem jetzt viel spannender, da sich die Gesellschaft geöffnet hat, und durch das Internet sich eben auch an Communities gewöhnt hat. Das Video zeigt Dir, zu was der moderne Mensch fähig ist, wenn es um Exklusivität und limitiertes Angebot geht. Den Rest überlass ich Deiner Fantasie.
09. Oktober 2007 um 11:10
Bin ich blind oder war das MediaMarkt-Video vorhin auch schon unter dem Artikel eingebunden? Ich hattee mir jedenfalls das verlinkte Flashmob-Video bei YouTube angesehen und fand es ziemlich dämlich, bzw. habe ich es nicht verstanden…
Es wäre gut, wenn Du angibst, auf welches Video sich Deine Aussagen beziehen. Ich vermute Du beziehst Dich im letzten Kommentar aufs MediaMarkt-Video?
09. Oktober 2007 um 11:40
Das MediaMarkt Video war die ganze Zeit schon in dem Artikel und zeigt, wozu Menschen bereit sind um das limitierte Angebot wahrzunehmen. Das Momentum der Menschenmasse, in Bezug auf Kaufaktionen (nicht Demonstration), hat man so in Europa nur selten gesehen!
Das Video im Supermarkt ist nur ein Beispiel für Flashmobs. Im Prinzip sind Flashmobs Aktionen von willkürlichen Menschen, die sich im Internet und per SMS verabredet haben, um diese Aktion aus Spaß an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit durchzuführen. In dem verlinkten Video haben sich Leute eben in einem Supermarkt getroffen und alle, die informiert waren, haben sich auf ein geheimes Zeichen hin, aufgehört zu bewegen. RANDOM aber witzig, da nicht alle Teil dieser Absprache waren.
Guck Dir mal die anderen Flashmob-Videos an, denn das geht von plötzlicher Kissenschlacht im Stadtzentrum, über Silent Raves in Liverpool Station, London, zu Fernsehsendungen in Japan.
Die Frage, die ich mir stelle, ist, ob es nicht möglich wäre, Menschenmassen koordiniert zu Aktionen zu veranlassen, die eben auch Sinn machen? Kaufkraft einer Gruppe von Individuen, wie ein Großhändler, um Preise zu verhandeln? Vielleicht liege ich ja falsch, aber vielleicht auch nicht… Es ist nur ein Gedanke…
09. Oktober 2007 um 12:24
Hmpf, Werde mich einem Sehtest unterziehen müssen…
Deine Frage wirst Du wohl schon für Dich beantwortet haben, sonst wäre das Revival des letsbuyit.com-Prinzips nicht eingeleitet worden?!? Entscheidend dürfte sein, wie man “die Sinn machen” interpretiert.
Was im MM in Berlin passierte, war einfach nur traurig. Die Gier nach (vermeintlichen) Schnäppchen ist in vielen Belangen langfristig kontraproduktiv. Für alle direkt Beteiligten sowie für die restlichen Stakeholder - sry kenne das deutsche Äquivalent nicht.
In dem Zusammenhang kann ich den Film “Der tschechische Traum” empfehlen. Köstlich: zB hier http://www.kino-zeit.de/filme/artikel/4674_der-tschechische-traum–cesky-sen.html
Anyway, die Bündelung von Kaufinteressenten um Preisnachlässe zu realisieren, ist nicht verkehrt. Ich wünsche Euch viel Erfolg.